Evangelisch-methodistische Kirche

REGION THÜRINGEN SÜDOST

Monatsspruch Januar

Gott ist treu
1.Kor 1,9 (L


B.Gade © GemeindebriefDruckerei.de

Andacht

Liebe Leser und Leserinnen, liebe Schwestern und Brüder,

wer ist dir lieb und teuer? Sofort denke ich an meine Kinder. Und Freundinnen. Menschen, für die ich fast alles tun würde. Eine lang geplante Reise absagen, weil einer meine Hilfe braucht. Berufliche Entscheidungen rückgängig machen, damit mir Zeit für jemand bleibt, der mir am Herzen liegt. Bei Nacht und Nebel auf einen Anruf hin weite Fahrstrecken auf mich nehmen, um da zu sein. Genauso habe ich selbst Hilfe und Halt erfahren. Und ich wünsche mir, zumindest bei meinen Söhnen, dass sie dann ihr Leben frei und gut und wertvoll für sich und andere führen können. Sie sollen sich einerseits geborgen und begleitet wissen und dadurch zugleich so selbstständig werden, dass sie ihre Träume leben können. Ja, so wünsche ich mir das und weiß, wie begrenzt mein Einfluss ist. Kinder gehen ihre eigenen Wege mit allem, was dazugehört: Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt; mal obenauf dann wieder tief enttäuscht, selbstständig-frei-froh und dann gebunden-abhängig- zu eng verbandelt. Davor kann ich sie nicht bewahren. Sie müssen ihre Entscheidungen treffen und verantworten. Ich werde mich mitfreuen, wenn sie gestärkt und auf guten Wegen sind. Genauso auch traurig sein, wenn sie sich ungut verstricken. Sie sind mir lieb und teuer. Manchmal stelle ich mir Gott ebenso vor: Mütterlich, großväterlich sitzend und auf uns schauend. Mit uns weinend, wenn wir uns verrennen. Sich mit uns freuend, wenn wir Gutes entdecken und stärkende
Gemeinschaft leben. Alle Freiheit liegt bei uns. Ich bin vor Gott wie meine Kinder. Ich kann entscheiden, wem ich traue, was ich hege, welche Freundschaft ich pflege, welche Zuneigung ich wem gebe, was ich wert schätze oder verachte. Ich kann entscheiden, ob ich mich an andere so sehr binde, dass sie mir den Kopf verdrehen durch Meinungen, Angstmache, Zeiträuberei. Ich kann entscheiden, ob ich frei oder versklavt leben will. Dabei sind wir heute in Deutschland keine Sklaven in wörtlichem Sinn. Doch ich muss mich fragen, wo ich zerstörerische Bindungen erlebe, wie Meinungen fesseln, wann Angst und Sorge zerfressen, was mich innerlich gefangen nimmt. Höre ich noch, wie Paulus uns zuruft: „Ihr seid frei“, „teuer erkauft, werdet nicht wieder Knechte/Sklavinnen anderer.“ Ja, wir sind geliebt, du bist wertvoll, ich bin ein Schatz. Wir kommen von Weihnachten her, da haben wir gefeiert: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er sich aufmacht aus allen Höhen und niederkommt, Mensch wird, wie wir. Wir sind Gott lieb und teuer. Alles hat Gott aufgegeben, um bei uns zu sein. Gottes Sehnsucht und Liebe zu uns stärken mir den Rücken, dass ich einen klaren Kopf behalte und nicht in jede Falle tappe. Gottes Sehnsucht und Liebe zu uns geben dir die Freiheit, zu lieben, zu glauben, zu hoffen, dass du/dass diese Welt eine Zukunft haben. Mit wachen Sinnen lasst uns diese Zukunft gestalten und in sie hineinleben.

Katrin Schneidenbach

Jahreslosung 2019

Ich glaube;

hilf meinen Unglauben
Markus 9,24


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Bischof

Harald Rückert 

Porträt


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Die Losung heute